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Nachhaltigkeit - Grosse Straße und Kranenburg Allgemein

Ortskern Kranenburg und umliegende Baugebiete

Kernaufgabe des Quartiersmanagement lautet - "Im Kern geht es um eine lebendige Zukunft sowie Wachstum und nachhaltige Erneuerungen des Zentrums und insgesamt der Gemeinde Kranenburg".

In den letzten Jahren hat sich die Lebensqualität im Ortskern Kranenburg und den umliegenden Bebauungsgebieten nachteilig entwickelt. Nach der Sanierung der Grossen Straße, der Grenzöffnung Hettsteeg Richtung Groesbeek, Bau der Willmsestraße und Bau des Einkaufszentrums hat der KFZ-Verkehr im Ortskern extrem  zugenommen. Ich wohne auf der Straße Hettsteeg - bei uns hat der KFZ Verkehr von anfänglich 300 KFZ/Tag auf nunmehr 1800 KFZ/Tag zugenommen. Hinzu kommt, das die Geschwindigkeit in unserem Wohngebiet von Tempo-30 auf Tempo-50 erhöht wurde.

Der Verkehrslärm hat nicht nur in unserem Wohngebiet zugenommen, sondern auch in den Wohngebieten Willmsestraße, Elsendeich, Galgensteeg, Neuenhof, Frasselter Weg. Mittlerweile wird diese Strecke auch als südliche Umfahrung des Ortskerns bezeichnet.

Was nutzt den BürgerINNEN im Ortskern die hohe Wirtschaftlichkeit der Discounter und Supermärkte, wenn sich dadurch die Lebensqualität verschlechtert?

Durch das Einkaufszentrum am Großen Haag hat der Einkaufstourismus im Ortskern Kranenburg extrem zugenommen. Die Einkaufstouristen kommen nicht nur aus der Region Nijmegen, sonderrn fahren teilweise längere Strecken, um insbesondere bei DM Drogerieartikel billig und massenweise einzukaufen. Viele Einkaufstouristen verbinden ihre Einkaufstour mit dem Betanken ihrer Fahrzeuge.

Der Einkaufstourismus funktioniert nur solange es Preisspannen bei Artikeln und Treibstoffen zwischen Deutschland und der Niederlande gibt. Aktuell gibt es bereits den ersten Dämpfer bei den Treibstoffen/beim Betanken, wegen des Russland/Ukraine Krieges.

Im Ortskern Kranenburg und den umliegenden Baugebieten wohnen nur etwa 4000 Einwohner. Durch das Einkaufszetrum wurde ein Überangebot an Artikeln für die Kranenburger Bevölkerung geschaffen. Bereits jetzt gibt es 4 Restaurants und 3 Bäcker/Cafes (bei Penny und Aldi gibt es zusätzlich Backwaren). Viele Kranenburger meiden mittlerweile das Einkaufsentrum, wegen der vielen Einkaufstouristen und fahren stattdessen nach Kleve zum Einkaufen.

Was passiert mit den Discountern und Supermärkten, wenn die geplante wirtschaftliche Harmonisierung der EU weiter voranschreitet?

Der Einkaufstoursimus in Kranenburg ist nicht nachhaltig. Eine Fußgängerzone auf der Großen Strasse wäre ebenfalls nicht nachhaltig.  Mittlerweile gibt es nur noch weinige Geschäfte auf der Großen Strasse. Es gibt genügend Beispiele vom nicht rentablen und geschlossenen Geschäftsimmobilien in vielen Stadten und Dörfern am linken Niederrhein.

Die aktuelle, hohe Rezession und die damit verbundene Kaufzurückhaltung, trägt ebenfalls dazu bei, mit Aussagen bzgl. Wirtschaftswachstum im Ortskern Kranenburg zurückhaltend zu sein. Die Kranenburger Bevölkerung ist es seit Jahrzehnten gewohnt die Apotheke, Bäcker, Friseur, Bank, Versicherung, EVK, Hörgeräteakustiker, etc.. mit dem PKW, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Restaurants und Cafes auf der Grossen Strasse und im Einkaufskaufszentrum sind nur im Frühjahr/Sommer bei schönem Wetter eventuell rentabel.

Die Gemeinde Kranenburg sollte, statt einem erhöhten Wirtsschaftswachtum, in Zukunft die Lebensqualität der Kranenburger BürgerINNEN im Ortskern und den umliegenden Baugebieten verbessern. Insbesondere muss das Nahmobilitätskonzept konsequent umgesetzt werden.

Michael Thelosen
Reference No.: 2022-10203
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