Konzept Schwammstadt ausreichend?
Die geplante Umsetzung des Baugebiets nach dem Schwammstadt-Prinzip begrüße ich grundsätzlich.
Aus meiner Sicht fehlt jedoch eine nachvollziehbare Gesamtbetrachtung der Auswirkungen auf die bestehende Entwässerungsinfrastruktur. Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes sowie Regelwerke der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA, u. a. A 102 und A 117) weisen darauf hin, dass dezentrale Versickerungsmaßnahmen vor allem ergänzend wirken und keine vollwertige Alternative zu ausreichend dimensionierten Rückhalte- und Ableitungssystemen darstellen – insbesondere bei extremen Starkregenereignissen.
Vor dem Hintergrund des hohen Grundwasserstandes im Plangebiet sowie der zusätzlichen Versiegelung bitte ich um klare Beantwortung folgender Punkte:
- Wurde eine hydraulische Gesamtbetrachtung von Bestand und Neubau durchgeführt?
- Ist rechnerisch ausgeschlossen, dass sich die Situation für das bestehende Wohngebiet verschlechtert?
- Welche tatsächlichen Reserven bestehen im vorhandenen System?
- Wie wird mit Ereignissen oberhalb des Bemessungsfalls umgegangen?
Eine isolierte Betrachtung einzelner Mulden reicht aus meiner Sicht nicht aus. Entscheidend ist die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems – auch unter Extrembedingungen.
Ich bitte daher um eine transparente und nachvollziehbare Darstellung.