Skip to content

6.7 Konfrontierte Nichtsprechende / Konfrontěrowane njepowědajuce

Konfrontierte Nichtsprechende begegnen dem Niedersorbischen im Alltag – auf zweisprachigen Ortsschildern, in Stellenausschreibungen, auf Kulturveranstaltungen, im Schulunterricht anderer Klassen – ohne es zu sprechen oder zu lernen. Sie stellen die breite Bevölkerung im und um das Siedlungsgebiet dar, einschließlich Zugezogener ohne Sorbischbezug und Schüler:innen ohne Sorbischunterricht.

Diese Gruppe hat keinen aktiven sprachlichen Bedarf – und das ist in Ordnung. Ihre Relevanz für die Strategie ergibt sich aus einer anderen Funktion: Sie prägen das gesellschaftliche Klima, in dem die Sprachgemeinschaft lebt. Ablehnung, Unverständnis oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Sorbischen machen es für Sprecher:innen und Lernende schwieriger, die Sprache im Alltag sichtbar zu nutzen. Akzeptanz, Neugier und Respekt hingegen schaffen ein Umfeld, in dem sorbisches Sprechen als normal und willkommen wahrgenommen wird.

Konfrontierte Nichtsprechende brauchen kein spezielles Sprachlernangebot, sondern Basisinformation und Sensibilisierung: Was ist Niedersorbisch? Warum ist die Sprache erhaltenswert? Wie kann ich als Nichtsprechende:r etwas beitragen und die Sprachgemeinschaft unterstützen? Diese Information sollte in den allgemeinen Schulunterricht, in kommunale Willkommensangebote und in die regionale Öffentlichkeitsarbeit eingebunden sein.

Besonders wichtig ist Diskriminierungsprävention: Negative Reaktionen auf sorbisches Sprechen in öffentlichen Räumen – Augenrollen, abwertende Kommentare, Ungeduld – haben eine abschreckende Wirkung, die weit über den unmittelbaren Vorfall hinausreicht. Die Normalität sorbischen Sprechens im öffentlichen Raum herzustellen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der auch Nichtsprechende mitwirken können.

TeilgruppeBeschreibung & BedarfeZieleMaßnahmenVerantwortlichAllgemeine Bevölkerung im Siedlungsgebiet    Neubürger:innen (Zugezogene ohne sorbischen Bezug)    Schüler:innen ohne Sorbischkontakt    
adhocracy+ is funded by donations.
Donate now
Donate now to adhocracy+