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Blütenstadt 2.0 – Gemeinsam aufblühen lassen!

Das gesamte Stadtgebiet (Verkehrsinseln, Kreisverkehre, Straßenbegleitgrün, Ackerrandstreifen, Grünflächen, Parkanlagen, etc.)

Projektidee

Unser Werder ist weit über Brandenburg hinaus bekannt. Unsere Stadt steht für Obstbau, für die Baumblüte und für eine Tradition, die über Generationen gewachsen ist. Jahr für Jahr besuchen Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus unsere Stadt, um die Schönheit der Blüten und unserer Tradition zu erleben. Wir sind stolz auf diese Geschichte, stolz auf unsere Obstbauern und stolz auf unsere Identität als Blütenstadt.

Doch mit Tradition geht Verantwortung einher. 

Tradition bedeutet nicht, alles für immer unverändert fortzuführen. Eine lebendige Tradition entwickelt sich weiter. Sie nimmt neue Erkenntnisse auf, begegnet den Herausforderungen ihrer Zeit und führt das Bewährte verantwortungsvoll in die Zukunft.

Genau darin liegt die Aufgabe unserer Generation.

Der Zukunftshaushalt trägt das Wort "Zukunft" bereits in seinem Namen. Zukunft bedeutet nicht nur, die Gegenwart angenehmer zu gestalten, sondern auch, Probleme anzugehen, deren Auswirkungen unsere Kinder und Enkel noch spüren werden.

Das Insektensterben und der Klimawandel gehören zweifellos zu den größten Herausforderungen unserer Zeit.Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen seit Jahren einen deutlichen Rückgang vieler Insektenarten und ihrer Biomasse. Mit ihnen verschwinden nicht nur einzelne Arten, sondern ganze ökologische Zusammenhänge. Insekten bestäuben Pflanzen, bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten, fördern die Bodenfruchtbarkeit und erhalten die Stabilität ganzer Ökosysteme.

Gleichzeitig setzen extreme Sommer, langanhaltende Trockenphasen und Hitzeperioden unseren städtischen Grünflächen massiv zu. Böden trocknen aus, Staubbelastungen steigen und das Stadtklima heizt sich auf.

Für unsere Stadt, deren Identität auf Blüten und Obstbau beruht, ist das keine abstrakte Entwicklung. Es betrifft uns unmittelbar.

  • Was bedeutet eine Blütenstadt ohne Bestäuber?
  • Was bedeutet Obstbau ohne Insekten?
  • Und was bedeutet Tradition, wenn wir unsere Lebensgrundlagen nicht klimafest und zukunftssicher aufstellen?

Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um die Honigbiene. Diese ist wichtig, steht jedoch zunehmend unter Druck. Gleichzeitig übernehmen zahlreiche Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge unverzichtbare Bestäubungsleistungen, die durch Honigbienen allein nicht ersetzt werden können. Allein in Deutschland existieren hunderte Wildbienenarten. Viele von ihnen sind hoch spezialisiert und auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen.

Der Erhalt dieser Arten und die Anpassung unserer Stadtnatur an den Klimawandel sind kein Luxusprojekt. Es ist eine handfeste Investition in den natürlichen Hitzeschutz unserer Stadt, in die Zukunft unserer Kulturlandschaft und damit in die Existenz unserer traditionellen Obstbaugebiete. 

Die Vision

Werder soll zeigen, wie eine moderne, verantwortungsbewusste Blütenstadt im 21. Jahrhundert aussieht. Ziel ist es, die insektenfreundlichste und klimaresilienteste Deutschlands zu werden und damit ein Zeichen weit über die Grenzen hinaus zu setzen. 

Mehr Blütenstadt als jemals zuvor.

Nicht aus Eitelkeit, sondern weil wir Verantwortung tragen.

Wenn wir zeigen können, dass Tradition, Stadtgestaltung, effektiver Klimaschutz, Artenvielfalt und ehrenamtliches Engagement Hand in Hand gehen, schaffen wir ein Modell für ganz Brandenburg.

Unsere Botschaft soll lauten: Wir machen es vor. Ihr könnt es auch. So weit, wie unser Baumblütenfest bekannt ist, so weit soll sich auch diese zukunftsweisende Idee verbreiten.

Wie soll das konkret umgesetzt werden?

Das Projekt setzt auf einen einfachen, nachhaltigen und extrem wirtschaftlichen Ansatz. Es werden keine teuren Neuanlagen geschaffen oder zusätzliche Personalkosten verursacht. Stattdessen werden bestehende, oft ungenutzte oder pflegeintensive öffentliche Grünflächen ökologisch und klimafest aufgewertet.

Geeignete Standorte gibt es bereits in großer Zahl:

  • Verkehrsinseln und Kreisverkehre (z. B. die große Verkehrsinsel zwischen dem Bahnübergang und dem REWE-Markt)
  • Straßenbegleitgrün und Ackerrandstreifen
  • Öffentliche Grünflächen und Parkanlagen
  • Flächen an Schulen, Kindergärten und Spielplätzen
  • Ökologisch derzeit minderwertige Brachflächen

Auf diesen Flächen wird das Prinzip "Natur auf Zeit und Dauer" etabliert. Statt monotoner Rasenflächen, die im Sommer braun verbrennen und austrocknen, oder Flächen, die von invasiven Arten (wie Kirschlorbeer oder Götterbaum) dominiert werden, pflanzen wir tiefwurzelnde, hitzeresistente und ökologisch wertvolle Gemeinschaften.

Wir schaffen keine neuen Grünflächen – wir machen die vorhandenen resilient, lebendig und klimafest.

Das ökologische & klimaresiliente Pflanzkonzept

Verwendet werden ausschließlich heimische, an die sandigen, nährstoffarmen Böden Brandenburgs perfekt angepasste Arten. Das bringt unschlagbare Vorteile:

  • Keine Kosten für teuren Bodenaustausch oder Spezialsubstrate.
  • Keine künstlichen Bewässerungssysteme: Nach der Anwachsphase trotzen diese Pflanzen der Hitze von allein.
  • Maximaler Bodenschutz: Die dichte, standortgerechte Vegetation schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Austrocknung, speichert Feuchtigkeit und kühlt das Mikroklima der Stadt spürbar ab.
  • Ganzheitlicher Jahreskreislauf (365 Tage Nutzen): Die Pflanzauswahl ist so abgestimmt, dass sie vom ersten Sonnenstrahl im Spätwinter bis zum Frost Nahrung und Lebensraum bietet. Wichtig ist hierbei auch das Belassen von verblühten Stängeln im Winter, da in ihnen die Larvenstadien der Insekten überwintern.
  • Unterirdische Symbiose: Die ausgewählten Tiefwurzler aktivieren das Bodenleben. Sie fördern das Wachstum nützlicher Mykorrhiza-Pilze im Wurzelsystem, welche die Bodenstruktur verbessern, Wasser im Boden halten und die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten machen.

Das Konzept folgt einem wissenschaftlich erprobten Aufbau aus Baum-, Strauch- und Krautschicht:

  1. Baumschicht Salweide (Salix caprea): Der wichtigste Frühjahrsblüher. Wenn im März die Hummelköniginnen erwachen, ist die Salweide die lebensrettende erste Nahrungsquelle.
  2. Strauchschicht Schlehe (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus monogyna), Hundsrose (Rosa canina): Diese heimischen Gehölze sind wahre Öko-Kraftwerke. Sie bieten dornigen Schutz für nistende Vögel, dienen unzähligen Schmetterlingsraupen als Futterpflanze und liefern im Herbst wertvolle Vitamine für die Tierwelt.
  3. Krautschicht (Die Hitze-Trotzer & Dauerblüher)Für das Frühjahr: Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Hornklee (Lotus corniculatus), Spitzwegerich (Plantago lanceolata).Für den Hochsommer: Natternkopf (Echium vulgare – ein Magnet für Wildbienen), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Wilde Möhre (Daucus carota – Hauptspeise für die Raupen des Schwalbenschwanzes), Dost (Origanum vulgare), Schafgarbe (Achillea millefolium).Für den Spätsommer & Herbst: Wegwarte (Cichorium intybus), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Sand-Thymian (Thymus serpyllum), Königskerze (Verbascum thapsus).

Gemeinschaft statt PersonalkostenDas Projekt soll die Menschen in Werder verbinden. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen von gemeinschaftlichen, öffentlich angekündigten Pflanzaktionen.Schulen, Kindergärten, lokale Vereine, Familien, Senioren und engagierte Bürgerinnen und Bürger packen gemeinsam an. Werkzeuge wie Spaten und Schaufeln werden von den Teilnehmenden selbst mitgebracht. Das stärkt nicht nur das Bewusstsein für unsere Umwelt und das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt, sondern senkt die Kosten auf ein Minimum.

Nahezu die gesamte Fördersumme aus dem Zukunftshaushalt fließt direkt in den Kauf von hochwertigem, zertifiziertem, regionalem Saatgut und heimischen Wildpflanzen. Jeder investierte Euro fließt somit direkt in die Zukunft, den Klimaschutz und die dauerhafte Schönheit unserer Stadt.

Lasst uns unsere gemeinsame Tradition bewahren, indem wir sie mutig und nachhaltig weiterentwickeln. 

Für eine blühende, summende und lebendige Stadt – 365 Tage im Jahr!

WerderGestalten
Reference No.: 2026-19425
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