Tagestouristenverkehr gezielt auf Parkplätze am Ortsrand lenken
Ich schlage vor, den Pkw-Verkehr von Tagestouristen möglichst früh aus dem Ortskern herauszuhalten und gezielt auf Parkplätze am Ortsrand zu leiten. Viele Tagesgäste fahren derzeit vermutlich zunächst in Richtung Strand, Hafen, Promenade oder Ortskern und suchen dort nach Parkmöglichkeiten. Dadurch entstehen unnötiger Suchverkehr, Staus, Lärm und Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für Fußgänger und Radfahrer.
Die Idee ist, bereits ab der B502/L50 ein klares und gut sichtbares Parkleitsystem einzurichten. Dabei könnten die Besucherströme auf zwei zentrale Parkbereiche verteilt werden: Der große Parkplatz am Marine-Ehrenmal sollte vor allem für Tagesgäste ausgeschildert werden, die zum Marine-Ehrenmal, zu U 995, zum Strand und zur Promenade möchten. Zusätzlich könnte ein neuer Parkplatz am Ortseingangskreisel geprüft werden. Dieser könnte vor allem für Besucherinnen und Besucher gedacht sein, die zum Hafen oder ins Ortszentrum möchten.
Die Beschilderung sollte entsprechend einfach und eindeutig sein, zum Beispiel: „Parkplatz Marine-Ehrenmal / Strand“ und „Parkplatz Hafen / Ortszentrum“. So würden Gäste schon bei der Anreise erkennen, welcher Parkplatz für ihr Ziel am sinnvollsten ist. Dadurch ließe sich vermeiden, dass viele Fahrzeuge erst durch den Ort fahren, um dann dort nach einem freien Parkplatz zu suchen.
Von beiden Parkplätzen aus sollten gute Fußwege, Radverbindungen und in der Saison eventuell ein kleiner Shuttlebus angeboten werden. Besonders wichtig wäre eine gute Verbindung vom Marine-Ehrenmal-Parkplatz in Richtung Strand, Promenade und Hafen sowie vom möglichen Parkplatz am Ortseingang in Richtung Ortszentrum und Hafen.
Der innere Ortsbereich sollte nicht vollständig gesperrt werden, aber deutlich stärker dem notwendigen Zielverkehr vorbehalten bleiben. Dazu gehören Anwohnerinnen und Anwohner, Lieferverkehr, Gäste von Hotels, Ferienwohnungen und anderen Unterkünften, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Handwerksbetriebe, der ÖPNV sowie Rettungsdienste. Für den allgemeinen touristischen Pkw-Verkehr sollte der Ortskern dagegen möglichst nicht mehr als Durchfahrts- oder Parkplatzsuchraum dienen.
Ergänzend könnten verkehrsberuhigende Maßnahmen geprüft werden. Denkbar wären zum Beispiel klare Zufahrtsregelungen, Einbahnstraßenlösungen, Tempo-20- oder Tempo-30-Bereiche sowie einzelne Durchfahrtssperren für den normalen Autoverkehr. Solche Sperren müssten natürlich so geplant werden, dass Anwohner, Lieferverkehr, Busse, Müllabfuhr, Feuerwehr und Rettungsdienste weiterhin durchkommen. Es geht also nicht darum, den Ort abzuriegeln, sondern unnötigen Durchgangs- und Suchverkehr aus sensiblen Bereichen herauszuhalten.
Ziel des Vorschlags ist es, Laboe für alle angenehmer und sicherer zu machen: weniger Autoverkehr im Zentrum, weniger Parkplatzsuchverkehr am Hafen, an der Promenade und in Wohnstraßen, mehr Aufenthaltsqualität, bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer und trotzdem eine gute Erreichbarkeit für Einheimische, Übernachtungsgäste und Tagesgäste.