Arbeitsgruppe Demografie und gutes Älterwerden im Egautal

Folgende Bedarfe und Herausforderungen, Chancen sowie Maßnahmen und Projekte wurden in der Arbeitsgruppe diskutiert:
Bedarfe und Herausforderungen
- Bestehende Angebote für ältere Menschen sind häufig nicht ausreichend bekannt und nur wenig miteinander vernetzt. Bürgerinnen und Bürger sowie Anbieter wissen teilweise nicht, welche Unterstützungs- und Freizeitangebote bereits vorhanden sind.
- Mit der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst der Bedarf an wohnortnaher Unterstützung. Gleichzeitig stehen nur begrenzt Pflegeplätze zur Verfügung.
- Es fehlen niedrigschwellige Begegnungsorte, die ohne Anmeldung, Mitgliedschaft oder besonderen Anlass genutzt werden können.
- Viele Aktivitäten finden unabhängig voneinander statt. Eine koordinierende Struktur könnte Angebote bündeln, Termine abstimmen und Beteiligte zusammenbringen.
- Ältere Menschen ohne eigenes Auto sind in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt. Verlässliche Mobilitätsangebote sind daher eine wichtige Voraussetzung.
- Für die Nutzung digitaler Informations- und Austauschmöglichkeiten fehlen teilweise Kenntnisse und persönliche Ansprechpersonen.
- Nachbarschaftliche Hilfe funktioniert vielerorts bereits gut, ist jedoch häufig informell organisiert. Es braucht verlässliche Strukturen, die auch pflegende Angehörige entlasten.
- Neue Angebote sollten an bestehende Gruppen und Veranstaltungen anknüpfen, da die ehrenamtlichen Kapazitäten für zusätzliche Strukturen begrenzt sind.
Chancen
- In den Dörfern bestehen bereits engagierte Gruppen, funktionierende Netzwerke und nachbarschaftliche Hilfsangebote, auf denen aufgebaut werden kann.
- Die Lea-Gruppe kann eine wichtige Rolle bei der Vernetzung bestehender Seniorenangebote und der Entwicklung neuer Veranstaltungsformate übernehmen.
- Bestehende Orte und Veranstaltungen, beispielsweise das Ulrichscafé, bieten gute Anknüpfungspunkte für weitere Angebote.
- Öffentliche Plätze, Sitzgelegenheiten und andere niedrigschwellige Treffpunkte können Begegnungen im Alltag fördern.
- Digitale Formate bieten zusätzliche Möglichkeiten für Information, Austausch und soziale Kontakte.
- Die hohe Bereitschaft der Teilnehmenden, sich selbst einzubringen, bildet eine gute Grundlage für die Umsetzung gemeinsamer Projekte.
Maßnahmen und Projekte
- Einrichtung niedrigschwelliger Treffpunkte, beispielsweise durch offene Sitzbänke, eine Dorflinde mit Sitzgelegenheiten und Leihbox oder ein Mehrgenerationenhaus.
- Aufwertung bestehender Orte, etwa von Friedhöfen, zu ansprechend gestalteten Begegnungs- und Aufenthaltsorten.
- Aufbau organisierter Mobilitätsangebote für ältere Menschen.
- Entwicklung von Bewegungs-, Freizeit- und Aktivangeboten für Seniorinnen und Senioren.
- Durchführung von Schulungen und Sprechstunden zur digitalen Teilhabe, beispielsweise „Digital im Alter“ oder eine Mediensprechstunde in Zusammenarbeit mit dem BayernLab.
- Weiterentwicklung solidarischer Unterstützungsmodelle wie „Angehörige auf Zeit“, Zeitgutscheine oder eine organisierte Nachbarschaftshilfe.
- Bündelung und Veröffentlichung bestehender Angebote in einer zentralen, leicht zugänglichen Übersicht.
- Aufbau einer koordinierenden Stelle oder eines Netzwerks, das Akteure zusammenbringt, Termine abstimmt und neue Projekte begleitet.